Begegnung ist das A & O

Vor einigen Wochen kontaktierte uns die DWF Kanzlei Berlin mit der Bitte, für deren Mitarbeiter*innen einen Begegnungsraum mit Menschen mit aktueller Fluchtbiografie zu schaffen. Die Anwält*innen hatten den tollen Wunsch, aktiv Kontakt zu den Neuberliner*innen aufzubauen.

Wir von interkular kamen auf die Idee, unsere Orientwiese auf dem Tempelhofer Feld für ein sommerliches Grillfest zu nutzen. Unsere Wiese ist übrigens direkt neben dem Tempelburger – der beste Burger weit und breit! Jedenfalls organisierten wir das Grillfest für den 21. Juli mit dem Ziel, dass nicht nur zwischenmenschliche und interkulturelle Begegnung stattfinden kann, sondern auch alle Beteiligten Freude haben und einfach mal abschalten können.

Zudem war es uns ein Anliegen, diese Begegnungen möglichst privater Natur zu halten. Oftmals treten unsere betreuten und begleiteten Neuberliner*innen mit Einheimischen in Kontakt wenn es um Behördengänge geht, wenn es um Aufenthaltsfragen geht, auch wenn es darum geht, wie und wo mensch Anträge stellen kann und muss oder auch wie mensch in Berlin zu einem angemessenen Wohnraum kommt. Und eben diese Aspekte wollten wir mit diesem interkulturellen Grillfest mal für einen Nachmittag bei Seite schieben und allen Gästen die Möglichkeit bieten, sich ausgelassen und frei vom Druck, den unsere Dazugekommenen täglich mit sich rumtragen, zu vergnügen.

Was gibt es da Besseres, als sich auf dem schönen Tempelhofer Feld bei bestem Wetter, mit leckerem Essen und frischen Getränken mit tollen Leuten zu unterhalten, die man sonst nur schwer kennengelernt hätte?! Also legten alle gemeinsam los mit den Vorbereitungen. Es wurde tatkräftig Gemüse geputzt und geschnippelt, Salate wurden vorbereitet und natürlich bereiteten einige freiwillige Grillmeister uns die wunderbar schmeckenden, orientalischen Fleischköstlichkeiten zu.

Spannend war für mich, dass die von meinem Kollegen Ben und mir betreuten Jugendlichen aus unserem Wohnprojekt ebenfalls am Grillfest teilnahmen. Das war eine gute und wichtige Möglichkeit für die Jugendlichen, um mit anderen Gesellschaftsschichten in Kontakt zu kommen und sich gegenüber diesen zu artikulieren. Unsere Gäste hörten interessiert und gespannt zu, denn die Perspektive eines unbegleiteten Jugendlichen mit Fluchtbiografie war besonders wertvoll für die Begegnung. Zudem konnten unsere Jungs natürlich aus erster Hand berichten, wie es sich im Schiller-Kiez wohnen lässt und wie interkular und sie zueinander gefunden haben.

Im Großen und Ganzen war es eine sehr gelungene Veranstaltung und unsere Gäste genossen die Feier bis zum späten Abend ausgelassen. Sie waren nicht nur glücklich, sondern sind auch reicher geworden – reicher an vielen neuen Bekanntschaften…die hoffentlich wachsen oder zumindest bestehen bleiben. Auch ich war glücklich – denn mit so einem Fest und den unglaublich wichtigen Begegnungsmomenten macht Sozialarbeit doppelt so viel Spaß.