Kategorie: Nachbarschaft

Social Distancing, Corona und Begegnungsarbeit: Die Begegnungsbox

Die Gesellschaft befindet sich im permanenten Wandel. Gerade zu Corona Zeiten können wir das sehr deutlich sehen. Die Zeit und ihre Auswirkungen sind ungewiss. Es ist wichtig, sich mit zu verändern.

Oft, vor allem in großen Städten, spiegelt sich die Vielfalt der Gesellschaft schon im eigenen Viertel und sogar im eigenen Haus ab. Als Sozialunternehmen, das sich für mehr gelebte Vielfalt einsetzt, haben wir  von interkular uns also in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht für dieses Ziel Begegnungsformate zu entwickeln, denn Begegnung lohnt sich!

Der Küchentisch im Innenhof – das waren noch Zeiten …

Begonnen hat alles mit einer Aktion, zu der wir unser Büro in Neukölln einfach auf die Straße verlegt haben. Mit einem bunten Angebot an Getränken und Knabbereien luden wir die Nachbarschaft an unsere Bürotische und kamen ins Gespräch. Schon bald bildeten sich Grüppchen von Nachbarn, die feststellten, dass sie im gleichen Haus oder in der gleichen Straße wohnten und sich über dieses Zusammentreffen hinaus vernetzten.

Weitere Tischaktionen folgten. Wir stellten uns in Wohnstraßen, vor Supermärkte, machten auf Aktivitäten in der Nachbarschaft aufmerksam und vernetzten Menschen miteinander. Das klappte so gut, dass wir beschlossen, aus dieser Idee ein Begegnungsformat zu entwickeln: den Küchentisch im Innenhof.

In Kooperation mit einer Hausverwaltung und einem Eigentümer führten wir ab 2018 ein Pilotprojekt in drei Miethäusern Berlins durch, in denen wir uns in monatlichen Abständen in den Innenhöfen der Häuser trafen und Nachbarn einluden miteinander ins Gespräch zu gehen.  Eine Pinnwand im Hausflur unterstützte dazu noch die offline Vernetzung der Nachbarschaft.

Familien fanden Student*innen im Haus zum Babysitten, Bachelor Arbeiten wurden korrigiert, Sprachtandems eingerichtet, Initiativen für einen kleinen Garten im Hof gegründet und Erfahrungen in der Infrastruktur der Nachbarschaft, sowie Geschichten zum Haus ausgetauscht.

So erzählte eine ältere Dame am Küchentisch, wie es in dem Haus früher Brötchendienste gegeben hat. Jeden Sonntag war eine Wohnpartei mit Brötchen holen für das gesamte Haus dran und alle anderen konnten sich nach dem Aufstehen über den Frühstücksservice auf der Fußmatte freuen. Ihre Idee fand großen Anklang und so konnte etwas, was es „früher schon gegeben hat“ wieder eingeführt werden. Die ältere Dame hatte sich damit in ihrem Haus einen Namen und mit der Geschickte sichtbar gemacht

Schon bald merkte die Nachbarschaft also, auch anhand solcher Geschichten, dass sich Begegnung tatsächlich lohnt und auch wer am Anfang mit den Worten „keine Zeit“ vorbei rauschte, kam mitunter darauf, dass ein nachbarschaftliches Netzwerk auch ein Zeitersparnis darstellen kann … in einem Haus konnten wir die Organisation des Küchentisches sogar schon an engagierte Bewohner*innen übergeben, bei den anderen waren wir kurz davor- da kam Corona und die physische Distanz legte  die Weiterentwicklung dieses Projektes vorerst lahm.


Social distancing? Nicht mit uns!

Aber deshalb soziale Kontakte einschlafen lassen – das wollten wir um jeden Preis verhindern. Begegnung hält gesund!

So entwickelten wir ein neues – kontaktloses – Format für die Nachbarschaft:

Die Begegnungsbox

Die Begegnungsbox umfasst unter anderem eine Pinnwand mit reichlich Equipment für den Hausflur sowie ein Booklet mit Anregungen und Hilfestellungen, die der aktuellen Situation angepasst sind.

Die Startfinanzierung für dieses Projekt hat die Postcode-Stiftung übernommen, sodass die Begegnungsboxen auch an

Interessent*innen, die nachbarschaftlichen Zusammenhalt im eigenen Haus etablieren möchten, kostenlos versandt werden können. Sie kann übrigens per E-Mail unter begegnungsbox@interkular.de bestellt werden.

Wenn alles gut läuft und viele Menschen die Bedeutung des Nachbarschaftlichen Zusammenhaltes sehen und fördern wollen, können wir durch Spenden bei Betterplace ein von der Gesellschaft finanziertes Gesellschaftsprojekt weiterentwickeln … das ist unser Ziel!

Seit die Box vor drei Wochen das erste mal gepackt wurde, haben unser Angebot auch schon 100 Menschen aus ganz Deutschland in Anspruch genommen – sogar in die Schweiz haben wir ein Exemplar geschickt.

Aber beim Verschicken bleibt es nicht: Wir bleiben mit den Interessent*innen im Kontakt, erarbeiten gemeinsam für ihre Häuser passende Konzepte um noch mehr Nachbar*innen zu erreichen und nutzen ihr Feedback um die Box zu optimieren. So gibt es vom Booklet bereits eine zweite Auflage.

Kontaktlose Begegnung auch zum Tag der Nachbarn

Nicht nur Privatpersonen konnten wir begeistern, auch der Verband Sozial-kultureller Arbeit (VSKA) findet das Projekt spannend und hat für das Fest der Nachbarn gleich 100 Boxen für ihre Mitgliedsorganisationen ( Nachbarschaftsinitiativen) bestellt, für die wir dann noch ein erweitertes Nachbarschaftskonzept für den öffentlichen Raum entwickelt haben.

Vielleicht könnt ihr ja schon am 29.Mai zum Fest der Nachbarn über die Pinnwand in eurer Nachbarschaft aktiv werden. Besonders Menschen, die sich in der Online Welt nicht so zu hause fühlen sind jetzt auf gute nachbarschaftliche Vernetzung angewiesen und können so weiter soziale Kontakte halten.

Auch nach Corona wird eine solidarische Nachbarschaft das Kapital einer gesunden Gesellschaft sein.

Wir beginnen JETZT gemeinsam, dies aufzubauen. Es wird sich viel verändern in nächster Zeit und das birgt auch Chancen. Mit dem Aufbau einer Solidarischen Nachbarschaft wird Bewegungen, wie Rassismus, Ausgrenzung und einer Splittung der Gesellschaft von innen entgegengewirkt.

Macht mit, denn: Begegnung lohnt sich!!!

 

 

 

Begegnung lohnt sich! Vielfalt bereichert!

interkular wird bald auch in Ihrem Kiez sein! Auf geht’s!

Zusammenhalt fördern, da wo sich Menschen allein gelassen fühlen!
Wir fahren in Randbezirke, zu Brennpunkte und in die Dörfer der Umgebung!

Ein Ohr haben für die Probleme und Befürchtungen der Anwohner und Unternehmen vor Ort – das andere Ohr für die Beratungaufgaben in größeren Unterkünften.

Unser Ziel:
Menschen zusammen bringen!
 

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PDF zum Download: Booklet Begegnung lohnt sich! Vielfalt bereichert!

Begegnung lohnt sich!

Wir möchten vorstellen: unser neues Begegnungsformat- Der Küchentisch

Wo finden zu Hause die interessantesten Gespräche statt? Am Küchentisch. Warum die Runde nicht auch mal um ein paar Nachbar*innen erweitern? Schließlich wohnt man auf so engem Raum zusammen. Der Küchentisch ist ein Format mit dem wir zunächst Nachbar*innen in einem Haus wieder näher zusammenbringen wollen und dann am Besten ganze Kieze. Über Hausverwaltungen erbitten wir uns Einlass in ihre Hinterhöfe, bauen dort einen schönen Tisch mit Getränken und Essen auf, setzen uns daran und laden die Nachbarschaft des Hauses dazu ein sich zu uns zu setzen. Auf diese Weise entstehen extrem niederschwellige Gesprächsmöglichkeiten für Nachbar*innen in denen sie sich kennen lernen, miteinander austauschen, Vorurteile jeglicher Art abbauen und im besten Fall merken, dass sie voneinander profitieren können. Wir animieren sie dazu dieses Format regelmäßig selber zu organisieren und bieten dafür unsere Unterstützung an.

 

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.