Südkieznetzwerk: Aufbau einer Nachbarschaftsplattform für die Teilhabe der Anwohner am Quartierswandel

Projekt:
„Südkieznetzwerk: Aufbau einer Nachbarschaftsplattform für die Teilhabe der Anwohnenden am Quartierswandel“

Auftraggeber:
QM Schillerpromenade/ Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

Projektzeitraum:
seit 05/2017

In den letzten Jahren ist durch wechselnde Nutzungsstrukturen, neu Zugezogene und Altansässige als auch die Öffnung des Tempelhofer Feldes eine positive Entwicklung in dem nördlichen Teil des QMs Schillerpromenade zu verzeichnen. Diese Entwicklung trifft für den Südkiez des QMs nur eingeschränkt zu. Aktuelle Stadtentwicklungsplanungen sehen auf den vielen Freiflächen Baumaßnahmen vor, die den Ausbau und die Erweiterung von Wohnraum und der entsprechenden Infrastruktur (Bildung, Nachbarschaftsarbeit, Grundversorgung, Gemeinschaftsunterkunft) mit sich bringen. Im Zuge der städtebaulichen Entwicklung wird sich der Südkiez QM Schillerpromenade in den nächsten Jahren einer dynamischen Veränderung gegenüber sehen. Dies betrifft insbesondere das Angebot-Nachfrage-Verhältnis von sozialen und kulturellen Einrichtungen (Kindertagesstätten, Jugend- und Kultureinrichtungen), genauso wie die Bedarfe der lokalen Bevölkerung. Daher müssen insbesondere bereits Ansässige, aber auch neue Bewohner*innen Teil der Veränderungen sein und diese nach Möglichkeit mitgestalten, um Verdrängungsprozesse zu vermeiden und integrierte Stadtentwicklung umzusetzen.

Das Projekt „Südkieznetzwerk“ soll eine Aktivierung der Nachbarschaft und eine stärkere Zusammenarbeit der Einrichtungen und Aktiven in der Nachbarschaft ermöglichen und unterstützen sowie die Zahl der beteiligten Akteur*innen erhöhen. Ziel ist es, ein selbständig agierendes Netzwerk in Gestalt einer Nachbarschaftsplattform (Kiezforum) aufzubauen, das den Veränderungsprozess im Gebiet mit vielfältigen Angeboten für die Anwohnenden begleitet und den aktuellen und zukünftigen Quartierswandel aktiv mitgestaltet. Vor allem die Einbeziehung neuer und langjähriger Bewohner*innen mit/ohne aktueller Flucht- und Migrationsbiographie sowie die Verknüpfung mit bisherigen Angeboten von Einrichtungen nicht erreichter Anwohnender steht im Vordergrund des Südkieznetzwerkes. Zusätzlich bildet der Aufbau einer regelmäßig stattfindenden und für den Kiez identitätsstiftenden Veranstaltung einen wesentlichen Baustein der projektspezifischen Nachbarschaftsarbeit (1. Veranstaltung: „Für eine solidarische Nachbarschaft – Interkulturelle Tage“ am 08.09.2017) und soll über den Projektzeitraum in selbstständige Strukturen lokal Aktiver überführt werden.

Der Aufbau einer Nachbarschaftsplattform gliedert sich in die vier Handlungsziele:

    • Niederschwellig begegnen
    • Aktive einbinden
    • Gemeinsam aktiv den Kiez gestalten
    • Kiezgestaltung nachhaltig ermöglichen.

Aus den Handlungszielen leiten sich wiederum sechs Maßnahmen ab:

    • Wer-Was-Wo im Kiez (Qualitative und interaktive Befragung der Bewohner*innen und Erstellung eines Kiezatlas (Faltplan) bis 2018)
    • Wandeltische (Runder Tisch im Südkiez)
    • Kiezverbindung (offener Arbeitskreis zu nachbarschaftsrelevanten Themen)
    • Interkultureller Kiez (Veranstaltungen und Nachbarschaftsaktionen)
    • Kiezforum und Kiezwandel (Quartiersübergreifende Nachbarschaftsplattform)

Mit Umsetzung der im Projektverlauf jeweils aufeinander aufbauenden Maßnahmen wird als zentrales Ergebnis eine Erhöhung der Teilhabe- und Gestaltungsmöglichkeit der lokalen Bevölkerung an der Formulierung und Umsetzung von nachhaltigen, kiezweiten Vernetzungsformaten wie z.B. „Markt der Möglichkeiten“, „Kiez vor Ort“ oder „Mein schöner Hinterhof im Kiez“ erwartet. Vor dem Hintergrund der potenziellen Veränderungsdynamik im Südkiez QM Schillerpromenade sind Vernetzung und Wissenstransfer zwischen den verschiedenen  Akteuren innen und Bürgern von großer Bedeutung, weil sie durch Ressourcenbündelung, Verortung und ggf. gemeinsamer Finanzierung den Kiezwandel aus lokaler Perspektive positiv mitgestalten lassen. Durch die Etablierung und Verstetigung des Dialogs im Südkiez – insbesondere zwischen Neu- und Alt-Berlin – sowie gemeinsam aufgebauter Netzwerkstrukturen wird perspektivisch eine  nachhaltige Kiezgestaltung erreicht.

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