Wir machen das!!! Aber wie…das musste mal besprochen werden

Letzte Woche war Nina bei einer Konferenz von der Initiative wirmachendas.jetzt im Haus der Kulturen der Welt. Und es war: Erfrischend anders! Sie schreibt hier von ihren Eindrücken und Gedanken zum Aktionsbündnis:

Bei all den Netzwerktreffen, die mensch so im Alltagswahnsinn auch noch besucht, war sowohl der Veranstaltungsort als auch die Zusammensetzung der geladenen Gäste erfrischend anders als sonst. Zunächst hielten die Veranstalter*innen und einige geladene Organisationen teils flammende politische Reden. Genauso hatte ich mir das vorgestellt! Bei aktuell ca. 6.000 freiwilligen Helfer*innen für „Newcomer“ in Deutschland wird es wirklich Zeit, gemeinsam und zwar eben gemeinsam mit Migrant*innen-Organisationen zu EINER LAUTEN Stimme zu werden. Auch wenn kleinere Demonstrationen, wie beispielsweise gegen die Abschiebespraxis nach Afghanistan, immer ein Zeichen setzen – allein in solch kleineren und unverbundenen Einzelaktionen werden wir die notwendige Veränderung wohl leider kaum erzielen können. Also geht es nicht nur um die politische Stimme, sondern letztendlich auch um effektive Mobilisierung – gehört ja irgendwie auch zusammen…

 

Von langjährigen Mitgliedern von Migrant*innen-Organisationen über Mitarbeitende von Stiftungen, der Senatsverwaltung, Journalist*innen und Mitgliedern neuer Vereine zur Hilfe von „Newcomern“ und und und gab es viele Stimmen in den einzelnen Projektgruppen. Mögliche gemeinsame Ziele wie einen Dachverband, eine Quote oder eventuell einfach auch den Begriff ‚Leitkultur’ für sich zu nutzen und ganz neu zu besetzen waren Themen der Diskussionsrunden. In meiner Gruppe regte ich an, dass es vielleicht zu einem viel intensiveren Austausch zwischen Migrant*innen-Organisationen und den ‚neuen’ Helfer*innen von Geflüchteten kommen müsste (welche seit 2015 in verschiedensten Gruppierungen entstanden sind). Vielleicht würde sich da ja auch mal ganz ordentlich gestritten werden, bis oder damit eben alle zu dem Punkt kommen, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen sollten…

 

Auf dem Weg nach Hause dachte ich dann über neue Betitelungen nach. Natürlich kreisten meine Gedanken auch um Sprache und bewussten Sprachgebrauch. Beispielsweise dachte ich im ersten Moment: Wenn es eine Einheit zwischen all den Initiativen geben soll, dürften Migrant*innenen-Organisationen doch auch nicht mehr als solche bezeichnet werden – wir müssten uns einen gemeinsamen Namen geben. „Pro Einwanderungsgesellschaft“ fiel als Vorschlag in meiner Projektgruppe – aber ist das denn umfassend genug? Schließlich wurde unter anderem auch über Genderdiskriminierung gesprochen. Müsste es dann nicht doch wieder sowas wie ‚offene Gesellschaft’ heißen, auch wenn der Begriff jetzt schon irgendwie im öffentlichen Diskurs ‚besetzt’ ist…

 

Zu Hause angekommen gestand ich mir dann doch ein, dass die einzelnen Initiativen vielleicht nicht zu einer Einheit werden sollten, sondern die verschiedenen Potenziale und Kräfte jeder Intiative tatsächlich unter einem Dachverband der Diversität gebündelt werden könnten.

 

Welche Lösung es auch konkret sein mag: Für die LAUTE STIMME, die wir alle aus den Arbeitsfeld Migration sein könnten, möchte ich mich definitiv stark machen! interkular ist hier in jedem Fall dabei. Es wird auch für uns Zeit, uns bewusst zu werden, dass unser Handeln politisch ist. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der Austausch mit dem politischen Dachverband südspanischer Hilfsorganisationen, mit denen wir uns im Oktober im Rahmen des „On y va“ Programmes des Deutsch-Französischen Instituts und der Robert Bosch Stiftung treffen. Aber dazu mehr im nächsten Blog-Eintrag.